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Thema: "Offener Brief: „Zusammen ausm Tal“ – Anspruch und Wirklichkeit des Wuppertaler SV" [ Seite 1 ]
12.03.2026, 12:18
Offener Brief: "„Zusammen ausm Tal“ ist ein Slogan, der während meiner Amtszeit als Vorsitzender des Verwaltungsrates im damals eingerichteten Marketingrat entwickelt wurde und bis heute eine prägende Rolle in der Vereinskommunikation spielt. Bedauerlicherweise hat sich dieses „Zusammen" zunehmend zu einer bloßen Marketingformel reduziert. Weder im Leitbild noch in der gelebten Praxis des Vereins scheint dieser Anspruch inzwischen in hinreichendem Maße verankert zu sein.

Mit wachsender Irritation beobachte ich, wie die derzeit Verantwortlichen im Zusammenhang mit der aktuellen Kampagne gegen den sportlichen Leiter Gaetano Manno agieren – beziehungsweise vielmehr nicht agieren. Dabei möchte ich ausdrücklich hervorheben, dass es mir nicht um eine sportliche Bewertung geht. Unabhängig von möglichen sportlichen Fehlentscheidungen rechtfertigt nichts, dass ein Mensch und Vereinsmitglied über Wochen hinweg öffentlich diffamiert wird. Solche Dynamiken können für die Betroffenen gravierende persönliche und nicht zuletzt auch gesundheitliche Konsequenzen haben. Gerade in einem Verein, der sich seinen gemeinschaftlichen Werten verpflichtet fühlt, sollte ein respektvoller und wertschätzender Umgang auch in Phasen der Kritik selbstverständlich sein.

Umso befremdlicher erscheint es, dass sich nun sowohl neue als auch amtierende Protagonisten für den Verwaltungsrat positionieren und diese Entwicklung teilweise sogar befördern. Ein solcher Zustand ist aus meiner Sicht schwer hinnehmbar. Umso mehr hoffe ich, dass die Mitglieder des Vereins aufmerksam und kritisch prüfen, mit welchen Argumenten und Konzepten sich die Kandidaten für den Verwaltungsrat präsentieren. Es ist zu erwarten, dass erneut die altbekannten Reformversprechen vorgetragen werden, die seit der WSV-2.0-Ära immer wieder formuliert worden sind und bei näherer Betrachtung weniger einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Vereins dienen als vielmehr der persönlichen Profilierung Einzelner.

Dem ehemaligen Oberbürgermeister Andreas Mucke dürfen in diesem Zusammenhang keinerlei niedrige Beweggründe unterstellt werden. Er ist ein langjähriger Unterstützer und Förderer des Vereins, dessen Engagement von Authentizität und persönlicher Integrität geprägt ist.

Ich selbst engagiere mich inzwischen in anderen gesellschaftlichen Bereichen ehrenamtlich und stehe für Funktionen innerhalb des Vereins nicht zur Verfügung. Meine Ausführungen verstehen sich daher ausschließlich als persönliche Einschätzung eines langjährigen Begleiters und Mitglieds des Vereins.

Abschließend möchte ich neben der Hoffnung auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang innerhalb des Vereins den Wunsch formulieren, dass die Mitglieder bei der Wahl des zukünftigen Verwaltungsrates auch einen fokussierten Blick auf das Fanprojekt, den Fanrat sowie auf die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten richten. Ebenso sollte ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern berücksichtigt werden. Darüber hinaus wäre zu wünschen, dass sich die Mitglieder nicht von Personen blenden lassen, deren Engagement erst mit der Aussicht auf ein Amt begonnen hat.

Mit sportlichen Grüßen

Christian Vorbau
Mitglied des Wuppertaler SV"
12.03.2026, 13:02
"Mit wachsender Irritation beobachte ich, wie die derzeit Verantwortlichen im Zusammenhang mit der aktuellen Kampagne gegen den sportlichen Leiter Gaetano Manno agieren – beziehungsweise vielmehr nicht agieren."

Wer handelt oder handelt nicht seit langem, das ist hier doch die Frage?!
12.03.2026, 13:09

Tobi hat folgendes geschrieben:+/-


Was wäre denn die Alternative? Soll jemand antreten und ernsthaft sagen "Genau so machen wir weiter"?

Es braucht dringend Reformen, Strukturen, und eine Strategie wenn der WSV nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden will. Deshalb ist es aus meiner Sicht völlig selbstverständlich, dass über Reformen, Strukturen und eine klare Strategie gesprochen werden muss. Wie genau diese aussehen, darauf bin ich selbst gespannt. Aber dass der Verein strukturell etwas verändern muss, sollte eigentlich unstrittig sein. Ein "Weiter so" wirkt jedenfalls kaum wie eine tragfähige Perspektive.

Genau wie beim Artikel der WZ fällt außerdem auf, dass hier von vornherein teilweise schlechte oder egoistische Absichten unterstellt werden, obwohl weder konkrete Personen noch Inhalte oder Konzepte überhaupt bekannt sind. Das finde ich schwierig. Vielleicht wäre es sinnvoller abzuwarten, wer tatsächlich kandidiert und mit welchen Ideen, statt mögliche Kandidaturen schon im Vorfeld als Gefahr darzustellen.
12.03.2026, 13:22
Außerdem, wenn schon auf den Slogan "Zusammen ausm Tal" und auf Integrität verwiesen wird, dann sollte sich dieser Anspruch auch im eigenen Handeln widerspiegeln. Gerade der Umgang mit Trainern, Partnern und Mitarbeitern in den letzten Jahren hat bei vielen eher das Gegenteil dieses Anspruchs vermittelt. Wenn Betroffene von ihrer Entlassung zuerst über Presse oder Drittvereine erfahren, während sportlich eigentlich alles im erwartbaren Rahmen liegt, passt das nur schwer zu den eingeforderten Werten. Was man von anderen einfordert, sollte man selbst vorleben – so hab ich es gelernt und genau dieser Widerspruch ist, was mir und vielen anderen momentan bitter aufstößt.

Über die Absichten des aktuellen Verwaltungsrats kann ich genauso wenig urteilen wie die von möglichen Kandidaten. Aber es ist schwer zu übersehen, dass der Verein nach Runges Tod noch immer stark von diesem Modell geprägt ist und bislang wenig sichtbare Substanz für eine nachhaltige Weiterentwicklung entstanden ist. Und das muss sich ganz dringend ändern.
12.03.2026, 13:32

Titus hat folgendes geschrieben:+/-


Da bin ich voll bei Dir.
12.03.2026, 17:21

Titus hat folgendes geschrieben:+/-



Also es kommt sehr selten vor,dass ich jemanden aus dem Umfeld WSV lobend erwähne,aber heute passiert es das zweite mal, in Kurzer Zeit. Titus stell dich am Donnerstag einfach mal vor.
12.03.2026, 18:38

Titus hat folgendes geschrieben:+/-


Vollumfängliche Zustimmung
12.03.2026, 23:14

Tobi hat folgendes geschrieben:+/-


Der Mann, der uns einst den Slogan „Zusammen ausm Tal“ beschert hat, meldet sich also zu Wort, um zu erklären, dass dieses „Zusammen“ heute leider nur noch eine Marketingformel sei. Das ist ungefähr so, als würde der Architekt eines Hauses plötzlich feststellen, dass das Fundament wackelt und dann sehr betroffen darauf hinweisen, dass Stabilität eigentlich eine gute Idee wäre.

Besonders rührend ist die Sorge um den respektvollen Umgang im Verein. Wochenlange Kritik an einem sportlichen Leiter wird hier direkt zur „öffentlichen Diffamierung mit möglichen gesundheitlichen Folgen“ erhoben. Man könnte fast meinen, es handele sich nicht um einen Funktionär im Fußball, sondern um einen seltenen Vogel unter Naturschutz. Gut, dass du weg bist. Gehört einfach dazu.

Natürlich betont der Vorbau vorsorglich, dass es „nicht um eine sportliche Bewertung“ gehe. Verständlich, wenn man den sportlichen Zustand der letzten Jahre betrachten müsste, würde das Argumentieren vermutlich deutlich schwieriger.

Dann folgt der klassische WSV-Abschnitt:
Warnung vor „altbekannten Reformversprechen“, die angeblich nur der Profilierung dienen. Interessant, denn genau diese Reformversprechen sind gefühlt seit WSV 2.0 das einzige Dauermodell im Tal: neue Leute, neue Konzepte, gleiche Ergebnisse.

Besonders wichtig ist dem Verfasser, dass Andreas Mucke keinerlei niedrige Beweggründe unterstellt werden dürfen. Das wird sicherheitshalber direkt mitgeliefert, falls jemand auf die Idee kommen sollte, Politik und Vereinsgremien könnten etwas miteinander zu tun haben.

Der schönste Teil kommt aber zum Schluss:
Der Autor erklärt, er engagiere sich mittlerweile anderswo ehrenamtlich und stehe für Funktionen nicht zur Verfügung, möchte aber dennoch ausführlich erklären, wie der Verein geführt werden sollte und worauf die Mitglieder bei der Wahl achten müssen.

Kurz gesagt:
Ein Brief über „Zusammen“, der vor allem erklärt, warum eigentlich alle anderen etwas falsch machen.

Aber immerhin bleibt eine Erkenntnis:
Der Slogan „Zusammen ausm Tal“ funktioniert noch, zumindest als rhetorisches Stilmittel im offenen Brief.

Kurzum: Schön, dass du ein anderes Hobby gefunden hast. :wsv

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